ÖSTERREICH

Aktuelle Prognosen für Fallzahlen und Bettenbelegungen

aktuelle epidemiologische analyse vom 11.05.2022 - nowcasting

Infektionszahlen, suszeptible Individuen, exogener Treiber

Die folgende Abbildung zeigt links oben den Verlauf der aktiven Fallzahlen (dabei werden zufällige Schwankungen, wie sie z.B. durch Nachmeldungen entstehen durch geeignete Glättung reduziert). Darauf basierend entstehen mit der Methodik der differenziellen Flachheit Schätzungen des suszeptiblen Anteils der Bevölkerung (Mitte links) sowie der aggregierten exogenen Treiber, welche das epidemische Geschehen maßgeblich bestimmen (unten links). Zudem ist im Diagramm unten links auch der Verlauf der Impfraten zu sehen.

Das Diagramm rechts zeigt den Zustandsverlauf in einem Phasendiagramm. Zeitabschnitte während derer ein harter Lockdown verhängt war, sind violett gekennzeichnet, Details dazu finden sich in unserer Publikation im Journal of Nonlinear Dynamics.

 

Reproduktionszahl

Für die Analyse der COVID-19-Epidemie kann die effektive Reproduktionszahl R_{\text{eff}} eines Landes als Maß zur Beschreibung der Infektionsaktivität im Zeitverlauf herangezogen werden. Dabei zeigt R_{\text{eff}}>1  ansteigende Aktivität bzw. Wachstum an. In der folgenden Abbildung wird die von uns berechnete Reproduktionszahl sowie zum Vergleich die amtlich gemeldete Reproduktionszahl dargestellt:

AKTUELLE PROGNOSE der epidemiologischen Zustände vom 11.05.2022 - Infektionszahlen

Die folgende Abbildung zeigt die aktuelle epidemiologische Zustandsanalyse (nowcasting) sowie eine dreiwöchige Prognose für die Gesamtbevölkerung.

Das oberste Diagramm zeigt die Entwicklung der aktiven Fallzahlen inklusive Prognose des weiteren Verlaufs, das mittlere Diagramm zeigt die flachheitsbasierte Schätzung des Anteils der suszeptiblen Individuen sowie dessen prognostizierten Verlauf. Das unterste Diagramm zeigt schließlich den Verlauf und die Prognose des exogenen Eingangs, der maßgeblich den weiteren Verlauf der Epidemie bestimmt. Beispielsweise kann ein Anstieg des exogenen Eingangs als frühzeitiger Indikator für ansteigende Fallzahlen gewertet werden.

Hinweis: Die Auswirkungen der Öffnungsschritte vom 5. März 2022 sind in den aktuellen Prognosen noch nicht berücksichtigt. Dies erfolgt sobald genügend Daten vorhanden sind, um die Situation seriös beurteilen zu können.

Prognose und Analyse nach Altersgruppen

Die folgende Abbildung zeigt die aktuelle epidemiologische Analyse und Prognose für Österreich anhand zweier Altersgruppen (Gruppe 1: <65 Jahre, Gruppe 2: über 65 Jahre). Details dazu finden sich in unserer zweiten Publikation in Journal of Nonlinear Dynamics.

Hinweis: Die Auswirkungen der Öffnungsschritte vom 5. März 2022 sind in den aktuellen Prognosen noch nicht berücksichtigt. Dies erfolgt sobald genügend Daten vorhanden sind, um die Situation seriös beurteilen zu können.

Aktuelle Prognosen der Spitalsauslastungen vom 11.05.2022

Die folgende Abbildung zeigt die aktuellen dreiwöchigen Prognosen für die Normal- und Intensivbettenbelegung.  Diese basieren auf Prognosen der epidemiologischen Zustände sowie auf einer Echtzeitschätzung der fallspezifischen Hospitalisierungs- und ICU-Raten:

Hinweis: Die Auswirkungen der Öffnungsschritte vom 5. März 2022 sind in den aktuellen Prognosen noch nicht berücksichtigt. Dies erfolgt sobald genügend Daten vorhanden sind, um die Situation seriös beurteilen zu können.

In der obigen Abbildung sind die von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit gemeldeten tatsächlichen Belegungen der Krankenhäuser und Intensivstationen (rosa und blau eingefärbt) sowie zeitlich geglättete Belegungen eingezeichnet. Darüber hinaus sind unsere Prognosen (gestrichelte Linie) und ein Vorhersageintervall (grau) dargestellt.

Datenaufbereitung

Die verwendeten Datensätze (Rohdaten) basieren auf den von der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit bereitgestellten Daten. Sie weisen gewisse länderspezifische Anomalien auf, die hauptsächlich auf Unstimmigkeiten bei der Meldung von positiv getesteten und wiedergefundenen Personen zurückzuführen sind. In einigen Fällen wurden auch Ungereimtheiten bei den gemeldeten Daten des elektronischen Meldesystems festgestellt. Darüber hinaus gibt es ein wöchentliches Muster von Unter- und Übermeldungen (da an Wochenenden in der Regel weniger Tests durchgeführt/eingegeben werden). Es ist zu beachten, dass die infizierten Personen durch Kumulierung der täglichen Fälle der letzten vierzehn Tage ermittelt werden. Um die Auswirkungen solcher Anomalien zu verringern, wurden die Daten zunächst in geeigneter Weise geglättet. Dabei wurde eine Fensterlänge, die einem Sieben-Tage-Multiplikator entspricht, gewählt. Die Glättung basiert auf einer lokalen Regression unter Verwendung gewichteter linearer kleinster Quadrate und eines Polynommodells zweiter Ordnung.